Eine Hommage an unser Berliner Symbol für den Wunsch nach Frieden

 

Eigentlich wollte ich Euch heute bei missmommypenny die Monatsbögen für das Jahr 2017 präsentieren, doch aus gegebenem Anlass möchte ich das gerne ein wenig aufschieben.

Berlins Herz schlägt heute langsamer als sonst und in Gedanken sind wir im Moment vor allem bei all denen, deren Leben gestern auf zu schreckliche Art und Weise aus den Angeln gehoben wurde.

Neben all den Schicksalen, die gestern auf furchtbare Art und Weise einen Weg ins Leben  aller Betroffenen gefunden haben, schmerzt mich, als Berliner Kind, vor allem auch der Ort des Geschehens.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche steht für den wichtigsten Wunsch und der Hoffnung, mit denen ich sowohl für mich, als auch für meine Familie und Mitmenschen in jeden neuen Tag starte, nämlich Frieden.

 

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Diese Kirche thront über dem Kurfürstendamm und dem gesamten Berlin als Mahnmal dafür, was Krieg und Unfrieden furchtbares hinterlassen. Von einst prächtigen Gebäuden bleiben nur Ruinen, von einst großen glücklichen Familien bleiben – wenn überhaupt – nur wenige zurück und diese oft genug mit gebrochenem Herzen.

Als Berliner Kind bin ich oft an dieser Kirche vorbeigelaufen und meine Mutter kam nie umhin, mir immer und immer wieder die Symbolik und Geschichte dieser „kaputten Kirche“ zu erklären. Sie erzählte mir jedes Mal aufs Neue, wie die Menschen nach dem großen Krieg beschlossen hatten, dass sie nie wieder Krieg würden haben wollen und dass man sich dafür entschlossen hatte, alles für den Frieden zu tun. Als Mahnung und Symbol für diesen gemeinsamen Wunsch, sollte die Kirche mit ihrem kaputten Dach stehen bleiben, um uns immer und immer wieder an diesen Wunsch nach friedlichem Zusammenleben zu erinnern.

Ganz sicher hat unter anderem diese Geschichte dazu beigetragen, dass ich mich als Kind stets als Teil einer nach Frieden strebenden Gesellschaft gesehen habe.
Und nun, da ich selber einen Mama von drei ganz wunderbaren Kindern bin, auf die diese Kirche mit ihrem kaputten Dach eine ebenso große Anziehungskraft hat, wie auf mich damals, ist es an mir, diese Geschichte, die Werte und den Wunsch nach friedlichem Zusammenleben an sie weiterzugeben.
Jedes Mal wenn wir dort entlanglaufen, möchten sie die Geschichte zu der Kirche hören und ich erzähle sie ihnen. Genau so, wie meine Mutter sie mir erzählt hat.
Und das tue ich in der Hoffnung, dass die Geschichte hinter dieser Kirche auch ihnen ein Gefühl der Sicherheit und des Friedens gibt.

Für Berlin, für alle Berlinerinnen und Berliner und für all die Menschen, deren Leben sich gestern Abend so jäh verändert hat, hoffe ich nun vor allem eines:
Ich hoffe, dass es uns gelingt, den Wert der Symbolik dieser Kirche in Tagen wie diesen noch mehr zu schätzen und zu leben und uns jeden Tag aufs Neue darum zu bemühen.

Frieden geht nur gemeinsam.

2 Gedanken zu “Eine Hommage an unser Berliner Symbol für den Wunsch nach Frieden

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