F&A # 1

In letzter Zeit habe ich immer mal wieder Mails mit Fragen von einigen von Euch Mamas bekommen. Fragen, wie ich mit gewissen Situationen umgehe, bzw. umgegangen bin, oder auch Rückfragen zu geschriebenen Artikeln.

Da sich einige dieser Anfragen ähneln, möchte ich sie in Zukunft unter dem Menüpunkt  Montags F&A  ( Fragen und Antworten ) veröffentlichen.

Ich selber liebe es zu erfahren, wie andere Familien leben, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie mit Alltagssituationen umgehen.

Mamasein ist fantastisch, es ist vielseitig, glückbringend, lustig, nervenaufreibend, kraftraubend, oft schlaflos, jeden Tag anders und immer wieder neu. Und es ist viel zu schön, um es nicht zu teilen….

Liebe Jette
Mein Name ist Johanna und ich lese Deinen Blog seit einigen Monaten und freu mich immer über Deine tollen Ideen!
Das Spaßabendbrot machen wir mit großer Begeisterung und tatsächlich geht es bei Tisch seit dem ruhiger zu, zumindest bei den restlichen Abenden :-)!
Unser großer Sohn Malte ist im Februar 4 geworden und nun erwarten wir im Juni/Juli ebenfalls Zwillinge.
Eure Kinder sind ja ähnlich im Abstand und ich wollte mal fragen, ob Ihr etwas gemacht habt, was es Eurem Sohn erleichtert hat, mit der neuen Situation umzugehen. Zwillinge sind für so ein Einzelstück ( und auch für uns Eltern!!!) ja womöglich doch erst mal eine ganz schöne Umstellung.
Gibt es rückblickend irgendetwas, was Du wieder , oder auf jeden fall nicht noch mal machen würdest und was Euch beim Eingewöhnen geholfen hat?…..

…. Zwillinge sind definitiv ’ne Nummer und es ist super hilfreich, wenn man sich im Vorfeld gut aufstellt 🙂 ! Gut, dass Du Dir da Gedanken machst, das kann später nur hilfreich sein.
Ich habe mir damals genau die selben Gedanken gemacht und denke das beste war, dass ich mir ein gutes Netzwerk von „Unterstützern“ angelegt habe.

Mein Mann ist unter der Woche nicht in Berlin, weshalb ich so sehr auf ein Netzwerk angewiesen war. Man kann in dieser Anfangszeit gar nicht genug helfende Hände haben!

Im Grunde genommen muss man die wichtigsten Dinge und Aufgaben des Tages herausfiltern, bei mir was das Essen und unseren Großen versorgen. Ich habe die Omas und Opas mit an Bord geholt und sie an festen Tagen der Woche für die Mittagszeit und Babykuscheln eingeplant. So wusste ich, dass ich zumindest am Mittwoch und am Freitag eine Mahlzeit in Ruhe essen konnte und Nick ohne Stress und Babys im Schlepptau von der Kita abholen konnte. Das war dann auch eine ganz intensive Zeit nur mit ihm und die haben wir beide sehr genossen.

Die Zeit die ich mal nur mit Aufmerksamkeit für Nick hatte,  war jetzt natürlich viel weniger, aber Dank dieser kurzen Lücken zu Zweit dennoch intensiv und für ihn sehr spürbar. Ich habe versucht, seinen Rhythmus im Vorfeld schon so zu legen, dass wir das gut schaffen können. Je eigenständiger die Großen sind, desto einfacher ist es natürlich…

Zusätzlich kamen noch ganz liebe Freunde meiner Schwiegereltern mit dazu, die immer fest am Montag zu mir kamen, Mittag mitbrachten und die Babys kuschelten. Da hatte ich dann auch mal Zeit schnell zu duschen, die Massen an Wäsche zu sortieren, Bürokram&Co zu machen und den Haushalt zu wuppen.

Ich habe beide Babys voll gestillt und da beide viel gespuckt und auch noch schlecht getrunken haben, dauerte alleine das Stillen und Pumpen, Flaschen befüllen und Flaschen reinigen/desinfizieren jedes mal fast 2 Stunden. Dann war eine Stunde Pause und es ging wieder von vorne los. Nach 10 Wochen habe ich dann umgestellt, mit dem  zeitintensiven  Pumpen aufgehört und je Mahlzeit ein Baby mit  Fertignahrung per Flasche gefüttert. Das würde ich in Zukunft gleich so machen, wenn ich merke, dass das Stillen mit beiden zusammen nicht so gut geht. Es war so viel weniger anstrengend und zehrend. Mein Kinderarzt sagte damals : „Vor der Milch kommt die Mutter“ !

Er hatte so recht, wenn die Mama durchs Stillen nur noch kaputt ist und es zwei Drittel des Tages kostet,  ist auch niemandem gedient…
Wann immer Oma, Opa, Geschwister oder Freunde da waren, habe ich ihnen die Babies in die Hand gedrückt und mich intensiv mit Nick beschäftigt, ihn mir auf den Schoss gesetzt und ihn gedrückt und geherzt, das hat ihm sehr gut getan und sicher auch dazu beigetragen, dass er nie wirklich doll eifersüchtig auf die Babies war.
Wenn die Babys mal wieder besonders viel geweint und gequengelt haben und man keinen Gedanken am Stück fassen konnte, hat mein Mann sich den Nick am Wochenende manchmal einfach geschnappt und ihn auf ein „Männergespräch“ auf ’ne Kugel Eis eingeladen. Nick hat es gut getan zu sehen, dass es für uns auch anstrengend ist und als mein Mann ihm dann mal bei einem dieser Ausflüge sagte : Phuu, die Babys können einen ganz schön auf die Nerven gehen mit ihrem Geschrei, oder!?!“, war es für ihn irgendwie heilsam zu sehen, dass wir es alle anstrengend finden -aber sie natürlich dennoch weiterlieben 🙂
Manchmal hilft und verbrüdert gemeinschaftliches Klagen ja sehr… 🙂
In den ersten Wochen nach der Geburt hatte ich übrigens auch eine Haushaltshilfe. Die kann man über die Krankenkasse beantragen und sie helfen im Haushalt. So konnte ich Nick morgens ohne die kleinen Würmchen schnell in die Kita bringen und musste die Babys nicht erst wecken,  anziehen, einpacken und aus dem 4. Stock runter – und wieder hochtragen. Macht sich nach einem frischen Kaiserschnitt ja auch nicht so gut….
Also, je mehr Hilfe desto besser und wenn du immer mal wieder kurze Momente allein, nur zu zweit mit dem großen Geschwisterkind möglich machen kannst, dann hast Du schon ’ne ganze Menge geschafft. Mehr muss man in den ersten Monaten nicht von sich verlangen….
Liebende Mamas dürfen in dieser Zeit unaufgeräumte, chaotische Wohnungen und klebrige Fußböden haben, so what!
Ordnung wird manchmal einfach überbewertet…!!!!
Alles Gute für Euch und einen tollen Start zu Fünft!

 

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