Ein Belohnungssystem das Berge versetzt und uns aus der Brüllfalle holte!

 

Belohnungssystem - Punkteliste Blanko
Wenn wir als Mamas für jeden Satz, den wir in selber Wortfolge mehr als einmal sagen müssen Punkte bekommen würden, wäre unser Punktekonto ganz sicher suuuuper voll! Wenn wir uns von diesen Punkten Schuhe kaufen dürften, würde ich diese gewissen Sätze mit größter Freude gerne noch 10 mal wiederholen. So ist es aber leider nicht! Keine Schuhe, höchstens schlechte Laune und tiefe Stirnfalten!

Ich meine diese gewissen Sätze, die wir alle gefühlte hundert mal in der Woche sagen,
Sätze wie : „Schatz, komm jetzt bitte Zähneputzen“ & „Schatz, trödel nicht so, wir müssen los, zieh jetzt bitte die Schuhe an“….

Sätze, die viel Kraft kosten – und zwar beide Seiten – und die den Ton und die Stimmung in der Familie auf Dauer tatsächlich vergiften können, weil sie uns so viel Kraft kosten.

Was dann folgt, kennen wir alle.

Irgendwann platzt einem die Hutschnur und man rennt keifend durch die Wohnung, was – auf kurze Sicht gesehen – in diesem  Moment noch helfen mag.  Zum einen, weil die Schuhe endlich angezogen werden, zum anderen, weil man sich Luft gemacht hat.

Auf lange Sicht gesehen, ist es auf keinen Fall eine gute Lösung, sondern eher eine emotionale Tortour, die weder nachhaltig ist, noch irgendeinen dauerhaften Mehrwert hat.
Schreien hat keinen Mehrwert!
Durch das heutige Rumgekeife wird die Situation am nächsten Morgen sicher nicht besser laufen, und auch der erste Schreck, mit dem die Kinder auf den lauten Ton reagiert haben, nimmt irgendwann ab und lässt die Kleinen nur abstumpfen.
Ganz zu schweigen von dem Gefühl der Enttäuschung, die es in uns allen hinterlässt.
All die Dinge, die an diesem Tag schon so toll gelaufen waren und die glücklichen Momente, die dieser Tag ganz sicher auch für uns hatte, verpuffen nach so einer Schreiepisode im Nichts, und hinterlassen in uns das Gefühl, das dieser Tag ein kompletter Reinfall war.

Ich wollte das so nicht mehr und unbedingt raus aus dieser immer wiederkehrenden Schreifalle.

Wir brauchten ganz dringend eine Veränderung, und so machte ich mich daran, erst einmal all die Dinge, die nicht so gut liefen aufzuschreiben.

All diese Punkte habe ich in eine Liste gepackt und daraus dann dieses Belohnungssystem für Kinder entwickelt. Unsere Liste ist in zehn Unterthemen aufgeteilt und hat eine Laufzeit von 10 Tagen. In wie viele Unterpunkte man diese Listen aufteilt, kann ganz individuell auf die Situation und auch das Alter der Kinder angepasst werden, ebenso wie die Laufzeit. Ich nehme immer mal wieder Punkte, die irgendwann von alleine laufen raus oder füge neue hinzu. Wichtig ist nur, dass ganz deutlich ist, was sich hinter jedem Punkt verbirgt, und was unsere tatsächlichen Erwartungen sind. Nur so können die Kinder es auch verstehen und annehmen.

Bei Diskussionen zu diesem Thema höre ich oft den Satz :“ Ich belohne meine Kinder doch nicht dafür, dass sie alltägliche Dinge gut machen. Nachher machen die gar nichts mehr ohne Belohnung“.

Meine Erfahrung ist eine ganz andere.

Es geht bei dieser Art von Bonussystem weniger um die materielle Belohnung ( die gibt’s als Anreiz in kleiner Form natürlich on top), als viel mehr um die Möglichkeit, einen gemeinsam Wege zu finden und die Kinder für diese Alltagssituationen zu sensibilisieren.
Ich belohne mein Kind nicht dafür, dass es zum Zähneputzen kommt, sondern dafür, dass es die Situation durch sein Verhalten für alle angenehmer macht. Dafür, dass mein Kind es schafft, seine Bedürfnisse und seinen Plan, den es  für diesem Moment hatte in den Hintergrund zu stellen und dadurch den Tagesablauf entspannt. Die Prioritäten von uns Erwachsenen und die unserer Kinder liegen oft Lichtjahre voneinander entfernt und da ist es schon mal ein Lob wert, wenn die Kleinen es schaffen, die von uns vorgegebenen Abläufe ständig zu akzeptieren.

Wenn ich mich Abends mit jedem Kind einzeln hinsetzte und die Liste durchgehe und ankreuze, dann lobe ich die Dinge, die an diesem Tag gut funktioniert haben über den grünen Klee. Das Lob, welches mich ja nicht einen Penny kostet, ist unterm Strich die größte Belohnung, die ich meinen Kindern nur zukommen lassen kann. Das Anerkennen ihrer Leistung, und das Hervorheben von guten Taten beflügelt sie und macht sie vor allem stolz. Ein gutes Gefühl merkt man sich und wenn sich die Situation am nächsten Tag wiederholt, stehen die Chancen gut, dass sie sich an das gute Gefühl und das Lob erinnern und es wieder gut läuft.
Manche Dinge, die nicht so gut laufen, lasse ich am Tag seit dem manchmal unkommentiert, um sie am Abend dann in Ruhe zu besprechen. Abends habe ich die Zeit, mir noch mal die Sicht meines Kindes anzuhören und diese ohne Stress und Zeitdruck gemeinsam zu besprechen. Ganz frei von den Emotionen und der Hektik, in der Dinge eben manchmal nicht gut laufen.
Im Nachhinein glaube ich sogar, dass wir einige unserer Wünsche und Erwartungen womöglich gar nicht deutlich genug vermittelt hatten. Erst das tägliche gemeinsame Benennen und Reflektieren dieser Alltagssituationen hat unseren Kindern verdeutlicht, warum ihre Kooperation so wichtig ist. Und das Lob sich besser anfühlt als Ärger, wissen schon die Kleinsten!

Unsere Liste sieht so aus: ( zugegeben, bei dieser hatte Leo echt ’nen Lauf, die sieht bei weitem nicht immer so gut aus! 🙂 )

 

Punkteliste_0145
Zu Beginn darf sich jedes Kind etwas Kleines wünschen. Mal ist das ein besonderer Eisbecher, mal ein bestimmtes Obst nur für sich allein, oder ein kleines Event. Je nach dem, was passt…

Die Symbole stehen für :

  • Zähneputzen am Morgen
  • Schuhe und Jacke anziehen und losgehen
  • der ( hoffentlich ) gute Ton
  • Aufforderung und Bitten von uns nachkommen
  • Verhalten gegenüber den Geschwistern
  • Verhalten bei Tisch
  • Aufräumen
  • Ehrlichkeit 
  • Anziehsachen wegräumen
  • Zähneputzen&Co am Abend

Dann haben wir noch das Symbol mit dem Würfel, das sind Zusatzpunkte, die man sich erarbeiten kann.

Daumen hoch ist ein Bonuspunkt, der für besonders tolles Verhalten vergeben wird.

Ihr seht, bei jedem einzelnen Punkt ist ganz viel Spielraum für Lob- und darum geht es bei diesem Belohnungssystem vor allem!
Es gibt so viele tolle Situation – besonders unterhalb von Geschwistern – die man als Eltern am Rande mitbekommt, aber aus verschiedensten Gründen in diesem Moment nicht beloben kann. Wenn die Kinder dann am Abend sehen, dass man wohl gemerkt hat, dass sie einem Geschwisterkind den Vortritt an der Schaukel gelassen haben, oder ihm gut zugesprochen haben, dann erfüllt sie das mit Stolz und Freude.

Neulich kam Lil heulend auf dem Spielplatz zu mir und beschwerte sich darüber, dass Leo mit ihrem Ball spielen würde. Sie war eigentlich längst schaukeln und brauchte ihn gar nicht mehr, aber es war ihr Lieblingsball und dazu noch ein nagelneuer! Sie jetzt davon zu überzeugen, ihren Bruder damit spielen zu lassen, hätte womöglich in weiteren Tränen und irgendwann fehlenden Nerven bei mir geführt. Ich habe sie auf den Schoss genommen und mein Bonuspunktass aus dem Ärmel gezaubert. Ich sagte: “ Hey, ich weiss, dass du den Ball ganz neu hast, und es dir wirklich nicht leicht fällt, jetzt schon  jemand anderen damit spielen zu lassen, aber vielleicht kann der Leo ja mal fünf Minütchen damit spielen, und du trägst dir für dieses tolle Verhalten nachher einen dicken fetten Bonuspunkt ein“.
Schwupps, Problem beseitigt. Der Ball war vergessen, Lil war glücklich und flitzte wieder zur Schaukel ( Leo blieb unbeteiligter Weise ebenfalls glücklich ) und mir blieb eine nervenaufreibende Situation erspart. Darum geht’s schliesslich auch!

Bei unserer derzeitigen Liste haben wir 10 Themenpunkte. Können am Abend 8 angekreuzt werden,gibt es für diesen Tag ein Lachgesicht 🙂 . Sind es weniger gibt es ein Miesepetergesicht 🙁 .

Das Geschenk gibt es, wenn am Ende mindestens 8 Lachgesichter grinsen.

Nun gibt es natürlich dennoch diese Tage, an denen manche Dinge nicht so gut laufen, eben weil man auch mal einen schlechten Tag hat – vor allem am Morgen! Meistens reicht es, wenn ich dann sage: „Komm, ich will’s jetzt nicht noch fünf mal sagen, wäre doch echt ärgerlich, wenn dich das jetzt deinen Punkt für das und das kosten würde…, na los, den Punkt holen wir uns!“ Der Satz „Punkte kosten“ motiviert dann doch und wenn man sich den Punkt „gemeinsam holt“, verbindet es und erzeugt gleichzeitig ein ganz tolles
Wir-Gefühl.
Wenn es dazu kommt, dass man auf Grund der schlechten Laune am Morgen schon 3 Punkte vergeigt hat, der Rest des Tages aber ganz toll war, dann gibt es bei uns noch die Möglichkeit der Würfelpunkte.
Ich weiss, jetzt scheint es kompliziert zu werden, ist es aber nicht. Würfelpunkte sind ebenfalls Bonuspunkte, die man durch kleine Zusatzarbeiten bekommen kann. Zu Beispiel das CD-Regal vom Staub befreien, Müll rausbringen oder die Kinderbücher im Regal flott ordnen. Nichts großes, aber eben schon ein bisschen „good will“ zeigen.

Die Liste für unser Belohnungssystem habe ich in blanko hier hinterlegt:  Punkteliste

Die einzelnen Symbole zum Einfügen in eine eigene Tabelle gibt’s hier:  Tabellenzeichen

Für unsere Familie ist durch das „Belohnungssystem für Kinder“ vieles entspannter geworden, und wir feiern jede fertige Liste als wäre es der Pokal vom Endspiel!

In diesem Sinne also: ANPFIFF!

 

12 Gedanken zu “Ein Belohnungssystem das Berge versetzt und uns aus der Brüllfalle holte!

  1. Hallo!

    Das Meckern kenne ich nur zu gut – und das Belohnungssystem klingt nach einer sehr guten Lösung. Allerdings .. würde dies eigentlich bei einem 3-Jährigen funktionieren? Bisher haben Aussichten auf eine Belohnung nichts gebracht.
    Wie lange kann es denn dauern, bis dieses System sich ansatzweise bewehrt?

    LG, Sabine

    • Hallo Sabine

      Es ist immer schwer zu sagen, ob ein dreijähriger schon verständig genug für so ein System ist oder nicht, drei ist so ein vielfältiges Alter. Wenn, dann sollte diese Liste nicht mehr als 5 Punkte haben, das genügt für’s Erste. Ausserdem würde ich in der Woche, bevor die Liste vorgestellt wird, mit dem Kind gemeinsam schauen, was nicht so gut läuft. Ich finde Abends ist dafür immer eine gute Zeit. Ich beginne solche Unterhaltungen immer mit einem Lob. Da sage ich dann, was ich heute ganz toll fand, was super funktioniert hat oder besonders lieb war. Dann frage ich, warum dies oder jenes nicht so gut geklappt hat, ob sich das Kind über etwas geärgert hat, oder einen Vorschlag hat, was besser gewesen wäre, bzw. wie ihm beim Nächsten Mal helfen könnte, damit diese Situation besser läuft. Ich habe gemerkt, dass die Lösungen, die man gemeinsam mit dem Kind findet viel besser vom Kind umgesetzt und angenommen werden, als die diktierten. Nach einer Woche dann würde ich die Liste vorstellen und alles noch mal genau erklären. Vielleicht gibt es ja ein Spielzeug oder Event, welches sich Dein Kind wünscht. Dann könnte man ja auch kleine Klebesticker sammeln und wenn eine gewisse Anzahl zusammen gekommen ist, dann wird der Wunsch erfüllt…? Wichtig ist, dass man all das, was gut gelaufen ist, über den grünen Klee lobt. Vor Allem die Dinge, die oft Probleme machen. Das Lob ist der größte Preis. Bei uns hat das mit den Listen von Anfang an viel verändert, weil es ein gemeinsames Projekt war. Heute haben wir auf unseren Listen auch Flexpunkte, bei denen wir Woche für Woche Ziele festlegen, an denen die Kinder in dieser Woche arbeiten. Das kann Anziehsachen ordentlich zusammenlegen, Schuhe alleine binden u.s.w. sein. Ich frage die Kids dann auch immer mal wieder, ob sie etwas haben, woran ich arbeiten soll und hin und wieder geben sie mir auch eine „Aufgabe für die Woche mit“. Mal ist das nicht so schnell zu Meckern, oder eine gemeinsame Runde am Abend oder gemeinsame Spielzeit auf die ich und er Woche dann besonders versuche zu achten. Das sie uns auch manchmal Aufgaben geben können, lässt das Ganze noch ein wenig gemeinschaftlicher sein, als wenn nur ich es diktiere. Davon gibt’s ja immer noch genug 🙂 Schau, was Dein Kleiner jetzt, in diesem Alter, in der Lage ist anzunehmen und umzusetzen und dann probiert Ihr es einfach mal aus. Viel Erfolg und beste Grüße, Jette

    • Ich denke es ist vor allem wichtig, dass man einen Weg findet, der funktioniert und bei dem man miteinander nach Lösungen sucht. Es gibt sicher nicht „den einen Weg“, weil es eben auch nicht „die eine Familie“ gibt. Bestrafung ist ein Wort, dass heutzutage gerne auch das Wort Konsequenzen ersetzt und das finde ich gefährlich. Es ist wichtig zu verstehen, dass mein Handeln immer auch Konsequenzen hat. Im Guten wie im Schlechten. Bei dem von mir hier vorgestellten System geht es vor allem darum, gemeinsam zu schauen, wo es immer wieder zu anstrengenden Situationen kommt, aus denen dann schlechte Lauen und Stress resultiert. Sie bietet die Möglichkeit darüber gemeinsam zu sprechen und nach Lösungen zu suchen- und zwar immer wieder auf’s Neue. Im Alltag sind wir auf die Kooperation unserer Kinder angewiesen, je mehr Kinder man hat, desto mehr ist das der Fall, weil immer mehr Ansprüche und Zeitfenster unter einen Hut gebracht werden müssen. Wenn es unseren Kindern gelingt, uns durch Ihr unterstützendes, positives Verhalten in all diesen Abläufen zu unterstützen, ist das oft ein hartes Stück Arbeit für die Kleinen. In dem ich mich Abend für Abend mit ihnen hinsetzte und belobe, wie gut manche Dinge heute funktioniert haben und ihnen so meinen Dank dafür zeige, fördre ich dieses Verhalten. Ich finde das die Bemühungen unserer Kinder durchaus belobt werden sollten, egal ob nur durch Benennung, Dank oder eben auch kleine materielle Belohnungen. Wichtig ist vor allem, dass Erziehung authentisch ist und das kann sie nur sein, wenn ich von dem, was ich tue überzeugt bin. Es macht kein Sinn Systeme, oder Statements auf meine eigene Erziehung zu übertragen, wenn sie mich nicht überzeugen. Da ist es egal, ob dies oder das „heutzutage“ gerade „In“ ist. Stile ändern sich, ebenso wie Gesellschaften und deren Ansprüche. Was aber auf keinen Fall falsch ist, ist ein friedlicher und freundlicher Umgang miteinander und den können wir nur haben, wenn wir gemeinsam, als Familie, nach Lösungen suchen und diese immer wieder neu finden, auf welchem Weg auch immer…

      • Diesen Kommentar von dir, Jette, würd ich 1:1 so unterschreiben! Ich finde auch, dass die Kinder Lob brauchen, nicht nur des harmonischeren Miteinanders wegen, sondern alleine schon, um auch selbst daran wachsen zu können – selbstständiger und vor allem auch selbstbewusster werden zu können!
        Und ich finde auch, dass Kindern schon Grenzen aufgezeigt werden müssen – es soll ja manche Kinder geben, die sich mit einem klaren „Nein“ zufrieden geben, aber die meisten brauchen sicher etwas Nachdruck und das sind nur mal Konsequenzen ihres Handelns. Und jetzt wird sicher jemand aufschreien und behaupten, Kinder könnten die Konsequenzen ihres Handelns nicht abschätzen… Ich weiß ja nicht, ob mein Kind (mit 15 Monaten) schlauer ist als andere, aber ich kann sehr wohl behaupten, dass sie die Konsequenzen ihres Handelns oft sehr wohl abschätzen kann und weiß, wann es ein „Bravo“ oder ein „Nein“ erwarten kann. Man muss da halt auch konsequent sein und nicht nach dem hundertsten Mal resignierend oder einfach aus purer Bequemlichkeit statt „nein“ plötzlich „ja“ sagen. Erziehung ist nicht bequem, find ich. Für beide Seiten nicht.

  2. …jedenfalls werd ich mir die Liste merken und in nicht allzu ferner Zukunft mit meinem Kind versuchen so in etwa umzusetzen. Danke für die Inspiration!

  3. Hallo, ich wende eine ähnliche Liste bei meinem fast 8-Jährigen seit geraumer Zeit an mit einer Belohnung in Form von vorgefertigten Sternen.
    Entweder kann er ab einer gewissen Anzahl die Sterne für bestimmte Dinge einlösen (auch mal Dinge, die er in der Schule nutzen kann, oder ein Kinobesuch, oder er wünscht sich etwas sooooo tolles zum Geburtstag, dass er eine ganze Stange an Sternen über einen längeren Zeitraum sammeln muss).
    Ich kann nur bestätigen, dass es super klappt, da er ein sehr emotionales Kind ist und in sehr sehr vielen Situationen immer wieder Lob braucht – was sein Selbstwertgefühl absolut stärkt und er – jetzt kann ich das sagen – viel besser mit seinen Emotionen umgehen kann und eben bestimmte Situationen eher versteht. Auf die Reife jedes Kindes kommt es dabei natürlich ebenso an und unsere elterliche Geduld ist dabei selbstverständlich unabdingbar.
    Unser Familienleben ist dadurch definitiv ruhiger und entspannter geworden.
    Ich kenne andere Kinder, die sind nicht oder nicht so sehr emotional wie unser Sohn, da ist diese Methode eher nicht nötig oder in abgespeckter Version.
    Von uns auf alle Fälle Daumen hoch für diese Variante.

  4. Schade, dass mamche Kinder immer noch mit solchen Systemen dressiert werden… Sie zeigen Verhaltensweisen wie Teilen, ehrlich sein und Co nicht weil sie sie für sinnvoll und wichtig halten oder ea gar MÖCHTEN, sondern nur um einen Punkt zu bekommen.
    Besser wäre es in Beziehung zu dem Kind zu gehen, verstehen zu wollen warum das Kind etwas tut oder auch nicht, dies zu verbalisieren und akzeptieren. Und dann mit Ich-Botschaften die eigenen Bedürnisse auszudrücken und sich um einen Kompromiss mit dem Kind bemühen. Wenn das Kind das im Alltag erlebt klappt es mit einer kurzen Erklärung auch dann, wenn es mal schnell gehen muss.
    Das ist zwar anstrengemder als zu fragen „du willst dafür doch keinen Punkt verlieren…?!“ oder „dafür kriegst fu nacher einen Punkt“ (bei der beschriebenen Ballsituation kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus), aber dafür fühlt sich das Kind mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen verstanden und das ist enorm wichtig ua für eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kind.

  5. Es geht natürlich in erster Linie um Belohnung von erwünschtem Verhalten. Dazu kommt auch noch, dass Kinder durch das gemeinsame Durchgehen ihr Verhalten reflektieren und in der evtl. Diskussion lernen, Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
    „Diskussion“ passt vielleicht nicht wirklich, wenn man nur einem Dreijährigen spricht, aber ein besserer Ausdruck fällt mir um diese Uhrzeit noch nicht ein. 😉
    LG Christoph

    • Genau darum, danke, dass Du es so auf den Punkt gebracht hast 🙂 Und nicht nur die Kinder reflektieren, sondern auch wir Eltern, weil wir eben immer auch das Feedback der Kinder bekommen und es so eine gemeinsame Lösungsfindung und Optimierung ist..

  6. Hallo missmommypenny,

    darf ich dich mal knutschen und umarmen 😉

    Ich suche schon so lange, nach einer einfachen effektiven Umsetzung so einer Belohnungstafel und habe einfach NICHTS gefunden, was mir 100 % gefallen hatte.

    Doch JETZT durch DICH habe ich die Lösung!!! Ich bin eigentlich auf Grund eines anderen Themas auf deinem Blog gelandet und soooo froh ihn gefunden zu haben.
    Deine Themen sind so toll!!!

    Vielen Dank, dass du sie mit uns teilst 🙂

    Liebe Grüße
    Karo

    • Liebe Karolin

      Herzlichen Dank für Dein tolles Feedback! Wie schön, dass Dir der Blog so gut gefällt. 🙂

      Für uns hat sich dieses System wirklich sehr bewehrt.

      Wir haben nun schon länger keine so großen Listen mehr, eben weil sich alle diese Verhaltensmuster und Abläufe in unserer Familie sehr verbessert haben. Hin und wieder haben wir mal kleinere Listen, auf denen dann nur einige Punkte, oder sogar nur die Wochenaufgaben stehen ( Geige üben, Zimmer aufräumen, Zusatzhausaufgaben…. ) Je nach dem, was wir bei der Familienkonferenz besprochen haben…

      Nun da unsere 3 Süßen 6 & 10 sind, gibt es, wenn sie ihre Jobs gutmachen, einfach das doppelte Taschengeld am Ende der Woche als Belohnung 🙂

      Ich wünsche Euch viel Erfolg und viele tolle Gespräche rund um die Listen.

      Einen tollen Restsommer und weiterhin viel Freude mit missmommypenny.de

      Jette

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.